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                                    Metall- und Fassadenbauexperten von Frener & Reifer aus Brixen/S%u00fcdtirol beauftragt. Das Unternehmen ist bekannt f%u00fcr seine weltweit realisierten Fassaden, Glas- und Metallbaukonstruktionen von h%u00f6chster Komplexit%u00e4t. Der Leistungsumfang auf der Loreley umfasste die Werkstattplanung, Fertigung und Montage der Stahltragkonstruktion als Raumtragwerk, einschlie%u00dflich der darauf abgestimmten gl%u00e4sernen H%u00fclle.Ein gl%u00e4serner FelsenAufgrund der hohen Komplexit%u00e4t der Dachkonstruktion sowie der anspruchsvollen Detaillierung erfolgte die gesamte Planung ausschlie%u00dflich digital im 3D-Modell. Die zentrale Herausforderung in der Planung bestand darin, die komplexe Geometrie des Entwurfs in eine baubare Konstruktion zu %u00fcbersetzen, die sowohl die statischen, fertigungstechnischen als auch die bauphysikalischen Anforderungen erf%u00fcllt. Die Dachkonstruktion der neuen Mythoshalle auf der Loreley hat die Form eines unregelm%u00e4%u00dfigen Kristalls: Gefr%u00e4ste Freiform-Knoten verbinden das st%u00e4hlerne Raumtragwerk, das aus lasergeschwei%u00dften Prim%u00e4r- und Sekund%u00e4rtr%u00e4gern besteht. Auf diesem Tragwerk wurden 102 dreieckige Glasfl%u00e4chen montiert und fixiert. Das Dach stellt sich als geometrisch hochkomplexes Konstrukt dar, dessen Kubatur 15,7 mal 12,4 mal 8,45 Meter umfasst. Zur Erf%u00fcllung der statischen Anforderungen wurden massive Stahlknoten erforderlich. Diese weisen ein Gewicht von bis zu 330 Kilogramm auf und haben ein maximales Format von 700 mal 500 Millimetern (in Form eines umschriebenen Rechtecks). Durch die unregelm%u00e4%u00dfige Form der facettierten Hallen%u00fcberdachung ist jeder Knotenpunkt, jeder Tr%u00e4ger und jede Glasfl%u00e4che individuell geformt.Zudem treffen die Stahltr%u00e4ger in unterschiedlichen Winkeln und Neigungen aufeinander, was die Planung weiter verkomplizierte. Nach der Fertigung der Einzelteile f%u00fcr die Stahlkonstruktion wurde diese auf dem Werksgel%u00e4nde von Frener & Reifer vormontiert. Anschlie%u00dfend wurde die gesamte Konstruktion in transportf%u00e4hige Bauteilgruppen zerlegt und auf Tiefladern zur Baustelle auf der Loreley transporDurch die unregelm%u00e4%u00dfige Form der facettierten Hallen%u00fcberdachung ist jeder Knotenpunkt, jeder Tr%u00e4ger und jede Glasfl%u00e4che individuell geformtF%u00fcr die Ausf%u00fchrung der %u00fcberh%u00e4ngenden %u00dcberkopfverglasung wurde eine spezifische technische L%u00f6sung entwickelt, die es erm%u00f6glichte, erstmals auf die in Deutschland sonst vorgeschriebenen Nothalter zu verzichtentiert. Nach dem Aufbau der Stahlkonstruktion %u00fcber der neuen Mythoshalle erfolgte die Montage der Gl%u00e4ser, die auf dem Tragwerk befestigt und verklebt wurden. Jeder der einzelnen Montageschritte stellte eine besondere Herausforderung dar: zum einen der hochkomplexe Stahlbau %u2013 insbesondere das Man%u00f6vrieren der sehr schweren Stahlteile, das Zusammenf%u00fcgen dieser sowie das pr%u00e4zise Einmessen und Ausrichten. Zum anderen die Entw%u00e4sserung, die Erstellung der Dichtungsebene, der Einbau der Gl%u00e4ser, die Fixierung der Verglasung und das %u00e4u%u00dfere Abdichten der Fassade. Als besondere Herausforderung stellte sich das Anbringen der Glasfassade im %u00fcberh%u00e4ngenden Bereich heraus. F%u00fcr die Montage musste ein komplexes Raumger%u00fcst gestellt werden, das der Geometrie der Stahl-Glas-Konstruktion folgte.62 Baustelle01|26
                                
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