Tipps gegen Montagsgrippe
Krank, Blaumacher – oder was?: Tipps gegen Montagsgrippe
Ein heikles Thema, gerade in Zeiten des Fachkräftemangels: Was tun, wenn sich Mitarbeitende auffällig häufig rund ums Wochenende krankmelden? Für Kollegen wird das schnell zum Problem – schließlich läuft die Tagesarbeit oft nur, wenn das Team komplett ist. Handwerks-Expertin Andrea Eigel gibt Tipps aus der Praxis, die wirklich funktionieren.
Es sind im Grunde ganz einfache Maßnahmen, die helfen, notorische Blaumacher auszubremsen und den Krankenstand aus der Problemzone zu holen. Probieren Sie´s aus.
Schaffen Sie Klarheit und feste Regeln
Möglicherweise kennen Sie die Unsitte, dass sich Mitarbeitende wenige Minuten vor Arbeitsbeginn krankmelden. In einem Handwerksbetrieb, in dem üblicherweise feste Teams für ihre Projekte eingeteilt sind, erschwert das die Planung ungemein. Ein Mittel dagegen sind klare Fristen und feste Ansprechpersonen im Unternehmen für eine Krankmeldung. Damit schieben Sie allzu kurzfristigen und „spontanen“ Krankmeldungen einen Riegel vor.
Nehmen Sie Krankmeldungen nur telefonisch entgegen
Eine WhatsApp-Nachricht oder eine SMS sind unverfänglich und schnell geschrieben. Wer ernsthaft krank oder beeinträchtigt ist, wird kein Problem damit haben, sich telefonisch abzumelden. Wer aber einfach nur zu kurz geschlafen hat oder sonstwie durchhängt, scheut das direkte Gespräch eher. Die Hemmschwelle, der Arbeit ohne triftigen Grund fernzubleiben, steigt gerade bei notorisch Kurzzeit-Kranken, wenn sie sich telefonisch melden müssen.
Führen Sie immer ein kurzes Rückkehrgespräch
Nehmen Sie sich nach jeder Krankheitsfehlzeit, auch wenn es nur ein Tag war, Zeit für ein fünfminütiges Gespräch mit dem jeweiligen Mitarbeiter/der Mitarbeiterin. Damit bekunden Sie zum einen Ihr echtes Interesse („Wie geht es dir heute? Bist du wirklich wieder auf dem Damm? Müssen wir künftig bei deinen Arbeitseinsätzen etwas beachten?“). Zum anderen: Falls die betreffende Person gerne mal „blau macht“ ohne wirklich krank zu sein, wird sie eher Hemmungen haben, sich einfach mal so abzumelden. Rückkehrgespräche sind deshalb ein sehr wirksames Mittel gegen Ein-Tages-Ausfälle.
Machen Sie die Realität sichtbar
Halten Sie Arbeitszeiten, Urlaube und Krankheitstage jedes Mitarbeitenden übers Jahr im Kalender fest. Legen Sie Ihren Mitarbeitenden diesen Kalender im Jahresgespräch vor. Allein dieses Sichtbarmachen wirkt in aller Regel. Viele Mitarbeitende sind überrascht, wie auffällig ihre Muster sind. Davon ausgehend fragen Sie durchaus wertschätzend: „Was ist der Hintergrund? Was können wir ändern, damit es besser läuft?“ So eröffnen Sie sich und Ihren Mitarbeitenden die Chance auf einen echten Austausch über Gewohnheiten, Stress, Gesundheit und Verhalten. Eventuell kommen Sie dabei auch anderen Belastungen wie Problemen im Team oder im Privatleben auf die Spur und können agieren.
Fazit: Auch in Bezug aufs Kranksein oder Blaumachen ist eine Führungskultur wichtig, die auf Vertrauen, klarer Kommunikation und festen Regeln basiert. Misstrauisches Pauschalisieren ist ebenso falsch wie naive Großzügigkeit. Es kostet zwar durchaus Mühe, auch in diesem Zusammenhang konsequent, mit Respekt und Fingerspitzengefühl zu führen – aber es lohnt sich.
Die Autorin: Expertin für das Handwerk
Andrea Eigel ist Diplom-Ökonomin und ausgewiesene Handwerks-Expertin. Sie arbeitet als Coach und Trainerin, hält Vorträge, Workshops und Seminare und ist Dozentin an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte im Handwerk unterstützt sie in allen Fragen der praktischen Betriebsführung.
Kontakt: andreaeigel.de

